Lerntipp 20 Mit Spaß gelernt und nicht vergessen – Merkwörter lernen

Der folgende Lerntipp für Schüler stammt aus der Buchreihe „25 Tipps …“, die Lernbegleiterin Dr. Birgit Ebbert 2011 für den Verlag an der Este geschrieben hat.

Sascha und sein Freund David sitzen am Esstisch und kichern. „Ich denke, ihr übt Rechtschreibung“, bemerkt Saschas Mutter und sieht nach, was die beiden machen. Jeder von ihnen hat einen langen Text ins Heft geschrieben. Zwischen den beiden liegen die Kärtchen mit den Wörtern, die sie üben sollen, und Streichhölzer. Neben beiden Jungen liegen weitere Streichhölzer.

„Ich gewinne“, grinst Sascha und kichert wieder. Trotzdem ist Saschas Mutter beruhigt. Sie hat nämlich gesehen, dass beide Jungen die Übungswörter mehrmals richtig geschrieben haben.

Sascha und David haben sich ein Spiel ausgedacht. Sie schreiben eine Geschichte mit den Übungswörtern. Jedes Mal, wenn einer ein Übungswort richtig schreibt, darf er sich ein Streichholz nehmen.

Dieses Lernspiel kannst du ganz leicht nachmachen. Das Gute daran ist, dass du nicht allein lernst und da das Spiel Spaß macht, merkst du dir die Übungswörter ziemlich gut.

Eine andere Methode ist folgendes Merkwörterspiel: Ihr benötigt dazu Karteikärtchen aus der Lernkartei. Falls ihr die noch nicht habt, schreibt ihr einfach die Merkwörter oder Vokabeln auf Karteikärtchen. Bei den Merkwörtern müsst ihr auf die Rückseite noch Erklärungen zu den Wörtern schreiben, z. B. „Vampir“ – „Dracula ist einer“. Ihr könnt auch ein Bild auf die Rückseite der Karte malen. Wichtig ist, dass ihr wisst, um welches Merkwort es geht.

Nun dreht ihr die Kärtchen so, dass die Wörter, die ihr lernen wollt, unten sind. Verteilt die Kärtchen in einem Kreis auf dem Tisch, holt noch Spielfiguren, einen Würfel und Streichhölzer oder Spielchips und es kann losgehen.

Jeder stellt seine Figur auf ein Wort. Der Erste würfelt und rückt die gewürfelte Anzahl Felder vor. Er liest die Übersetzung oder Erklärung, die auf der Karte steht, die er erreicht hat. Er schreibt die Lösung auf einen Zettel und dreht die Karte um. Stimmt beides überein, bekommt er einen Punkt, also ein Streichholz oder ein Spielchip. Gewonnen hat, wer zuerst zehn Punkte hat!

© Dr. Birgit Ebbert: 25 Tipps für erfolgreiches Lernen. Verlag an der Este 2011

Lerntipp 19 Fakten – Fakten – Fakten – Auswendiglernen

Der folgende Lerntipp für Schüler stammt aus der Buchreihe „25 Tipps …“, die Lernbegleiterin Dr. Birgit Ebbert 2011 für den Verlag an der Este geschrieben hat.

Joanna läuft durch das Wohnzimmer und sagt: „Ich bin ein einsamer Schaukelstuhl und wackle im Winde, im Winde.“ Dabei bewegt sie ihren Oberkörper vor und zurück, als säße sie im Schaukelstuhl.

Ihr kleiner Bruder läuft hinter ihr her und wippt auch, dabei wiederholt er „Winde, Winde!“

Joanna muss ein Gedicht auswendig lernen. Sie hat sich das Gedicht zuerst durchgelesen und sich vorgestellt, wie sie als Schaukelstuhl auf einer Terrasse steht. Dann hat sie das Gedicht einmal ordentlich abgeschrieben. Nun spricht sie sich immer zwei Zeilen vor und zwar so lange, bis sie sie wirklich kann. Dabei stellt sie sich immer noch den Schaukelstuhl vor.

Joanna lernt mit dem ganzen Körper, dadurch wird sie das Gedicht ziemlich schnell auswendig können. Diese Methode ist besonders geeignet für diejenigen, die etwas begreifen müssen, um es zu lernen.

Wichtig ist, dass Joanna sich den Text einmal durchgelesen hat und sich vorgestellt hat, was in dem Gedicht passiert. Das geht übrigens auch, wenn du eine Formel auswendig lernen musst. Eine chemische Formel z. B. steht ja für irgendeine Substanz, die kannst du dir in einer Flasche vorstellen. Und wenn du Flüsse oder Städtenamen lernen musst, kannst du dir eine Landkarte vorstellen oder malen.

Wenn du ein Augenlerner bist, ist es gut, wenn du als nächstes den Text einmal abschreibst. Als Ohrenlerner solltest du ihn laut lesen.

Erst danach solltest du beginnen, dir kleine Teile des Textes oder Teile der Städtenamen etc. vorzusprechen, und zwar so lange, bis du sie sicher kannst. Nun kommt die nächste Textportion hinzu, bis du schließlich alles auswendig aufsagen kannst.

Am Schluss solltest du alles noch einmal auswendig aufschreiben, das ist eine Art letzte Speicherung.

© Dr. Birgit Ebbert: 25 Tipps für erfolgreiches Lernen. Verlag an der Este 2011

Lerntipp 18 Vokabeln dauerhaft merken – Lernen mit der Lernkartei

Der folgende Lerntipp für Schüler stammt aus der Buchreihe „25 Tipps …“, die Lernbegleiterin Dr. Birgit Ebbert 2011 für den Verlag an der Este geschrieben hat.

„Diktierst du mir die Lateinvokabeln?“ Sanna hält ihrer Mutter das Lateinbuch hin und sieht sie bittend an. „Dann kann ich sie gleich üben!“, fügt Sanna hinzu und das überzeugt ihre Mutter.

Sanna nimmt einige Karteikarten aus ihrem Regal und wartet, dass ihre Mutter die Vokabeln diktiert. „Amicus“, liest Sannas Mutter und Sanna schreibt: „amicus, amica, amici“ auf die Vorderseite der Karteikarte. Sie überlegt kurz und schreibt dann auf die Rückseite: „Freund, Freundin, Freunde“.

Sanna hat ihre Vokabeln ziemlich clever gelernt. Da ihre Mutter die Vokabeln diktiert hat, konnte sie gleich die Rechtschreibung üben. Sie konnte nicht ins Buch schauen, um die Übersetzung zu lesen. Also hat sie überlegt und das aufgeschrieben, an was sie sich erinnert hat.

Die Lernkartei eignet sich vor allem dazu, allein ohne Spicken die Vokabeln zu lernen. Sobald du Vokabeln lernen musst, schreibst du die Vokabeln auf Karteikarten. Für jede Vokabel erstellst du eine Karte. Auf die Vorderseite kommt die Vokabel in der Fremdsprache und auf die Rückseite die Übersetzung. Bei Nomen ist es gut, wenn du noch die Pluralform dazu schreibst. Bei Verben ist es clever, gleich die drei Grundformen aufzuschreiben.

Eine Lernkartei hat meist fünf Fächer. Jede Karte mit einer Vokabel wandert von einem Fach zum nächsten. Wenn sie im fünften Fach angekommen ist, sitzen die Vokabeln in der Regel. Und so geht es: Neue Karteikarten kommen immer in das erste Fach. Am besten schreibst du die Karten am Anfang deiner Lernzeit und erledigst danach die Hausaufgaben. Am Ende der Lernzeit kannst du schon beginnen, die Vokabeln aus dem ersten Fach zu üben.

Du nimmst die erste Karte aus dem Fach, liest sie dir durch und schreibst die Übersetzung auf einen Schmierzettel oder in ein Notizheft. Dann vergleichst du die Lösung auf der Karte mit dem, was du aufgeschrieben hast. Stimmt beides überein, kommt das Kärtchen ins nächste Fach. So bearbeitest du alle Karten, bis das erste Fach leer ist.

Am nächsten Tag beginnst du mit dem zweiten Fach und gehst genauso vor. Wichtig ist, dass du jeden Tag ein paar Vokabeln lernst und immer mit dem hintersten Fach, in dem sich Karten befinden, beginnst. Du wirst sehen, auf diese Weise sitzen die Vokabeln auch noch bei der nächsten Arbeit.

© Dr. Birgit Ebbert: 25 Tipps für erfolgreiches Lernen. Verlag an der Este 2011

Lerntipp 17 Schritt für Schritt zur guten Note – Klassenarbeiten schreiben

Der folgende Lerntipp für Schüler stammt aus der Buchreihe „25 Tipps …“, die Lernbegleiterin Dr. Birgit Ebbert 2011 für den Verlag an der Este geschrieben hat.

Während der Lehrer die Arbeitsblätter austeilt, murmelt Niklas: „Ich habe gelernt! Ich schaffe das!“ Er atmet ruhig. „Bitte seht euch jetzt die Arbeitsblätter an. Denkt daran: Für eine Vier müsst ihr die ersten drei Aufgaben lösen“, sagt der Lehrer. Niklas sieht die ersten drei Aufgaben an und ist erleichtert. Er kann sie lösen, das weiß er genau. Entspannt überfliegt er die anderen Aufgaben. Eine Mitschülerin meldet sich, weil sie ein Wort nicht versteht. Niklas hört hin. Der Lehrer erklärt das Wort und beschreibt den Inhalt der fünften Aufgabe noch einmal in anderen Worten. „Das ist ja leicht“, sagt sich Niklas und beginnt zu arbeiten.

Niklas kann nur deswegen so gelassen sein, weil seine ältere Schwester ihm ein paar Tricks für die Arbeit verraten hat. Kennst du solche Tricks? Wichtig ist, dass du nicht mit dem Gefühl in die Arbeit gehst: „Die Arbeit verhaue ich sowieso!“, sondern dass du dir sagst: „Ich schaffe das!“ Das gilt übrigens nicht nur für Klassenarbeiten, deine Gedanken beeinflussen dich mehr, als du denkst.

Wenn du das Arbeitsblatt vor dir hast, solltest du die Aufgaben überfliegen, aber auch darauf achten, ob der Lehrer noch etwas zu der Arbeit sagt oder ob einer deiner Mitschüler eine Frage stellt. Womöglich hat dein Mitschüler eine gemeine Stelle schneller erkannt als du, und die Antwort des Lehrers hilft auch dir!

Schon beim Überfliegen der Aufgaben kannst du dir aufschreiben, was dir zur Lösung einfällt. Am besten nimmst du ein leeres Blatt dafür. Vergiss nicht, das Blatt am Ende mit abzugeben. Manchmal schauen Lehrer auf dem Schmierzettel nach, wenn sie etwas im Arbeitsheft nicht verstehen.

Sobald du einen Überblick hast, solltest du loslegen. Beginne mit den Aufgaben, die du sicher lösen kannst. Dann kannst du dich beruhigt, an die anderen Aufgaben machen.

Vergiss nicht, am Ende alles noch einmal zu lesen. Eine Klassenarbeit ist kein Wettbewerb, wer der Schnellste ist, sondern wer die Aufgaben am besten löst.

© Dr. Birgit Ebbert: 25 Tipps für erfolgreiches Lernen. Verlag an der Este 2011

Lerntipp 16 Sicher in die Klassenarbeit – Arbeiten sinnvoll vorbereiten

Der folgende Lerntipp für Schüler stammt aus der Buchreihe „25 Tipps …“, die Lernbegleiterin Dr. Birgit Ebbert 2011 für den Verlag an der Este geschrieben hat.

Katrin sitzt vor ihrem Englischbuch und schreibt aus dem Inhaltsverzeichnis die Überschriften zu Lektion 3 und 4 auf Karteikarten. „Hast du nichts zu tun?“, fragt ihr älterer Bruder Marc verächtlich. Katrin lächelt und schreibt. Erst als sie das Buch zugeklappt hat, dreht sie sich zu ihrem Bruder um und antwortet: „Ich lerne eben mit Köpfchen. Deswegen schreibe ich auch bessere Arbeiten als du!“

Marc schnaubt nur und geht. Katrin sieht sich die Themen an, die auf den Karteikarten stehen. „Kann ich“, murmelt sie und malt ein Pluszeichen auf die erste Karte. „Oh weh!“, brummt sie und markiert die nächste Karte mit einem großen Minuszeichen.

Katrin bereitet sich auf die nächste Englischarbeit vor. Sie fängt damit an, dass sie die Themen, die vorkommen sollen, danach sortiert, wo sie fit ist (Plus) und wo sie dringend noch etwas lernen muss (Minus). Diese Methode kannst du einmal ausprobieren.

Der nächste Schritt ist, einen Plan zu erstellen, was und wann du für die Arbeit lernst. Es lohnt sich, am ersten Tag die Plusthemen noch einmal anzuschauen und dann nach und nach die Minusthemen zu wiederholen.

Wichtig ist, dass du dir die Lernarbeit aufteilst und jeden Tag ein bisschen lernst. Wenn du alles am letzten Tag lernst, bleibt oft gar nichts hängen, weil du eine Art Datenstau im Kopf hast.

Du solltest mindestens vier Tage vor der Arbeit anfangen zu lernen und am letzten Tag nur noch ein bisschen wiederholen. Dann solltest du dir selbst sagen: „Das kann ich.“ Falls du am nächsten Tag bei der Arbeit eine Blockade hast, kannst du dich an den Moment erinnern, und es fällt dir leichter, die Aufgaben zu lösen.

Ehe du mit der Vorbereitung beginnst, solltest du dir überlegen, welche Note du erreichen möchtest. Aber setze das Ziel nicht zu hoch, es ist eine tolle Leistung, eine Note besser zu sein als in der letzten Arbeit. Je höher du das Ziel setzt, umso mehr gerätst du unter Druck und in die Gefahr, dass die Arbeit schiefgeht!

© Dr. Birgit Ebbert: 25 Tipps für erfolgreiches Lernen. Verlag an der Este 2011

Lerntipp 15 Die große Bibliothek der Welt – Informationen suchen im Internet

„Wie heißt der größte Flughafen der Welt?“, gibt Amelie in das Feld der Suchmaschine ein. „Wow“, ruft sie, als sie die Zahl der Suchergebnisse sieht. Als sie jedoch genauer hinschaut, stellt sie fest, dass sie keine direkte Antwort auf ihre Frage bekommt. Die Suchmaschine hat sich einige Wörter aus ihren Suchbegriffen herausgepickt und dazu Ergebnisse geliefert.

Immerhin erfährt Amelie schon, dass ihre Frage nicht ganz so leicht zu beantworten ist. Es ist nämlich nicht klar, ob der größte Flughafen der ist, der die größte Fläche hat oder die meisten Passagiere abfertigt oder von dem die meisten Flugzeuge starten.

Für Amelie bedeutet das ebenso wie für dich und alle, die im Internet etwas suchen: Man muss sein Thema möglichst genau beschreiben, damit man ein gutes Suchergebnis bekommt.

Als Amelie genauer hinschaut, stellt sie nämlich fest, dass sie unterschiedliche Ergebnisse bekommen hat. Auf einer Webseite gilt Atlanta als größter Flughafen, auf einer anderen Denver. Um sicherzugehen, sucht sie nach weiteren Seiten und prüft, wer die Informationen ins Internet gestellt hat. Das solltest du auch machen. Da jeder etwas ins Internet stellen kann, können sich durchaus Fehler einschleichen.

Als Tipp gilt: Je mehr derjenige, der die Information ins Netz gestellt hat, mit dem Thema zu tun hat, umso sicherer kannst du sein, dass sie stimmt. In Amelies Beispiel heißt das: Hat das Ministerium, das für Flughäfen zuständig ist, die Information eingestellt, kann sie ziemlich sicher sein, dass sie richtig ist. Stammt die Information dagegen von jemandem, der ein Referat darüber geschrieben hat, sollte sie vorsichtig sein. In jedem Fall solltest du schauen, ob du die Information noch auf einer anderen Seite oder in einem Buch, einem Fernsehbericht u. ä. findest.

Vergiss übrigens nicht, die Internetadresse zu speichern oder aufzuschreiben, damit du die Seite schnell findest, wenn du noch einmal nachschauen möchtest.

© Dr. Birgit Ebbert: 25 Tipps für erfolgreiches Lernen. Verlag an der Este 2011

Lerntipp 14 Zwischen Aargau und Zypern – Nachschlagen leicht gemacht

„R, Rö, Römer“, murmelt Deniz, während er in dem dicken Lexikon blättert, das er im Regal gefunden hat. „Ist das viel!“, stöhnt er, als er sieht, wie lang der Artikel ist. Deniz soll ein Referat über die Römer halten, und der Lehrer hat extra gesagt: „Ich will aber nicht nur Internetausdrucke sehen!“

Zum Glück gibt es in Deniz Familie ein mehrbändiges Nachschlagewerk, in dem zu jedem Thema etwas steht, auch zu den Römern. Doch „Römer“ ist nur das erste Stichwort, unter dem Deniz nachschaut. Ehe er mit der Informationssuche begonnen hat, hat er sich fünf Wörter aufgeschrieben, zu denen er Informationen suchen will.

Es gibt verschiedene Arten von Nachschlagewerken. In einem Wörterbuch kannst du schnell nachschauen, wie „Römer“ z.B. auf Englisch heißt. In einem Lexikon findest du kurze Erklärungen zu einem Thema. Auch wenn du oft im Internet nach Informationen suchst, solltest du dich mit Nachschlagewerken auskennen.

Die Stichwörter in einem Lexikon sind meist nach dem Alphabet sortiert. Das gilt sowohl für das ganze Buch als auch für die Stichwörter zu einem Buchstaben. Du findest also „Antike“ vor „Römer“, weil A vor R kommt, aber auch „Patrizier“ vor „Politik, weil a vor o kommt. Damit man sich in den dicken Büchern schneller zurechtfindet, gibt es oben auf der Seite eine Schnellsuchmöglichkeit. Da stehen links die ersten beiden Buchstaben des ersten Wortes auf der Doppelseite oder das erste Wort und rechts die ersten beiden Buchstaben des letzten Wortes oder das letzte Wort auf der Doppelseite. So siehst du auf einen Blick, ob dein Stichwort auf der Doppelseite steht.

Damit möglichst viel in das Lexikon passt, werden Abkürzungen benutzt, z. B. wird in den Erklärungen zu einem Stichwort nicht das ganze Wort, sondern nur der Anfangsbuchstabe wiederholt. Für Abkürzungen, die im gesamten Lexikon immer wieder vorkommen, gibt es vorne oder hinten in dem Buch ein Verzeichnis. Ein Pfeil bedeutet, dass du unter diesem Wort nachschauen sollst. Da findest du dann Erklärungen zu diesem Thema.

© Dr. Birgit Ebbert: 25 Tipps für erfolgreiches Lernen. Verlag an der Este 2011

 

Lerntipp 13 Lernen im Vorübergehen – Lernstoff erleben

„Da müssen wir unbedingt hin!“, sagt Johannes, als er im Briefkasten einen Handzettel findet, der auf einen mittelalterlichen Markt in der Nachbarstadt hinweist. Zuerst sind seine Eltern nicht begeistert. Sie befürchten, dass dort zu viele Menschen unterwegs sind und sie keinen Parkplatz finden. Doch Johannes erklärt ihnen, dass sie im Moment in Geschichte das Thema „Mittelalter“ behandeln. Das überzeugt seine Eltern.

Johannes hat natürlich Glück – gerade, als sie sich in der Schule mit dem Mittelalter beschäftigen, findet im Nachbarort ein Mittelaltermarkt. Da kann er erleben, wie Menschen im Mittelalter gelebt und gearbeitet haben, was sie gegessen und angezogen haben.

Es lohnt sich jedoch, die Augen offen zu halten und in der Zeitung, im Internet oder in Reiseführern nachzuschauen, was in der Region, in der du lebst oder in der du die Ferien verbringst, los ist. Vielleicht gibt es ein Museum, in dem du erleben kannst, wie die Staufer oder die Neandertaler gelebt haben. Viele Museen stellen auch Erfindungen oder geschichtliche Ereignisse vor. In manchen kann man sogar Sachen anfassen, und meist gibt es Informationen speziell für Schüler, sodass der Museumsbesuch richtig spannend wird.

Manchmal reicht es aber auch schon, im Wald spazieren zu gehen, um verschiedene Baumarten zu finden, oder den Zoo zu besuchen, um exotische Tiere zu betrachten. Das Tolle an dieser Art des Lernens ist, dass die Informationen besonders gut in Erinnerung bleiben. Das liegt daran, dass man sich Dinge am besten merkt, wenn sie Spaß machen, wie sonst könnten sich Erst- oder Zweitklässler die Namen unzähliger YuGiOh-Figuren merken?!

© Dr. Birgit Ebbert: 25 Tipps für erfolgreiches Lernen. Verlag an der Este 2011

Lerntipp 12 Den Lernstoff begreifen – Lernen durch Bewegung

Als Annika von der Schule nach Hause kommt, holt sie als erstes eine Milchtüte aus dem Kühlschrank. „Du trinkst doch sonst keine Milch? Was ist los?“, will ihre Mutter wissen. Doch Annika ist schon damit beschäftigt, alle Seiten des Tetrapacks auszumessen. „Das ist ja irre“, sagt sie schließlich. „Die Packung hat ein Volumen von Kubikdezimeter.“

Damit Annika sich etwas richtig gut merken kann, muss sie es anfassen. Sie muss es be-greifen und das ist nicht immer so leicht wie in dem Beispiel. Es lohnt sich jedoch, nach Möglichkeiten zu suchen, den Lernstoff anzufassen, auch wenn du kein Hand-Lerner bist. Je mehr Lernwege du nutzt, umso besser merkst du dir nämlich den Lernstoff.

Wenn du aber ein Hand-Lerner bist, dann ist es wichtig, dass du nach Dingen suchst, die mit dem Lernstoff zu tun haben und die du anfassen kannst.

Am besten ist es, wenn du so wie Annika etwas findest, das direkt mit dem Schulstoff zu tun hat so wie Annika. In der Schule haben sie das Volumen eines Quaders berechnet und der Lehrer hat erklärt, dass ein Tetrapack ein Quader ist. Also hat Annika zu Hause gleich ein Tetrapack in die Hand genommen und die Formel eingesetzt, die sie gelernt hat. So kannst du manchmal richtig spannende Dinge erleben: Wenn in Biologie Meerestiere durchgenommen werden, kannst du zum Beispiel einen Aquazoo besuchen. Wenn du dir besser merken willst, wie die Fugger gelebt haben, bastelst du dir vielleicht ein das Modell von einem historischen Gebäude. Du kannst dir auch ein Quartett oder ein Quiz zum Lernstoff basteln. So hast du gleich ein Geschenk für deine Geschwister, Eltern oder Großeltern!

© Dr. Birgit Ebbert: 25 Tipps für erfolgreiches Lernen. Verlag an der Este 2011

 

Lerntipp 11 Zum einen Ohr hinein – Lernen durch Hören

Avant heißt vor und vor heißt avant, dans heißt in oder bei und in oder bei heißt dans.“ Hanno joggt im Wald und spricht sich dabei die französischen Präpositionen vor. Die Jogger, die ihm begegnen, sehen ihn zwar verwundert an, doch das ist Hanno egal. Auf diese Weise hat er zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen: Er hat sich auf das Fußballspiel am Nachmittag und auf den Französischunterricht am Vormittag vorbereitet.

Hanno hat festgestellt, dass er sich Dinge am besten merken kann, wenn er sie hört. Er ist froh darüber, denn vieles, was er in der Schule hört, gelangt nur dadurch ins Gedächtnis, dass er aufpasst und über das Gehörte nachdenkt. Wenn er Dinge auswendig lernen muss, spricht er sie sich mehrmals vor oder er diktiert sie über ein Mikro auf den PC und überspielt die Datei auf seinen MP3-Player. Dann kann er sich das Gedicht oder die Vokabeln immer mal wieder anhören.

Ist dir schon aufgefallen, dass du dir Dinge sofort merkst, wenn du sie hörst und nur kurz darüber nachgedacht hast? Dann bist du möglicherweise auch ein Ohren-Lerner.

Als Ohren-Lerner kannst du dir das Lernen erleichtern, indem du im Unterricht aufpasst und mitmachst. Wenn du Dinge sprichst, gelangen sie über das Ohr noch einmal in deinen Kopf und du merkst sie dir besonders gut. Sprich also so viel wie möglich über deinen Lernstoff: Unterhalte dich mit deinen Freunden, deinen Eltern, deiner Oma, deiner kleinen Schwester oder wer einer anderen vertrauten Person über das, was du gelernt, gelesen oder gesehen hast. Wenn niemand in der Nähe ist, nimm die Informationen einfach mit einem Rekorder auf. Manche Handys haben sogar eine Aufnahme-Funktion, Notebooks haben meist ein eingebautes Mikrofon und digitale Diktiergeräte sind nicht mehr so teuer. Sie sind oft auch MP3-Spieler und wenn du sagst, dass du damit lernen möchtest, sponsern deine Eltern oder Großeltern das Gerät vielleicht sogar.

© Dr. Birgit Ebbert: 25 Tipps für erfolgreiches Lernen. Verlag an der Este 2011