Lerntipp 14 Zwischen Aargau und Zypern – Nachschlagen leicht gemacht

„R, Rö, Römer“, murmelt Deniz, während er in dem dicken Lexikon blättert, das er im Regal gefunden hat. „Ist das viel!“, stöhnt er, als er sieht, wie lang der Artikel ist. Deniz soll ein Referat über die Römer halten, und der Lehrer hat extra gesagt: „Ich will aber nicht nur Internetausdrucke sehen!“

Zum Glück gibt es in Deniz Familie ein mehrbändiges Nachschlagewerk, in dem zu jedem Thema etwas steht, auch zu den Römern. Doch „Römer“ ist nur das erste Stichwort, unter dem Deniz nachschaut. Ehe er mit der Informationssuche begonnen hat, hat er sich fünf Wörter aufgeschrieben, zu denen er Informationen suchen will.

Es gibt verschiedene Arten von Nachschlagewerken. In einem Wörterbuch kannst du schnell nachschauen, wie „Römer“ z.B. auf Englisch heißt. In einem Lexikon findest du kurze Erklärungen zu einem Thema. Auch wenn du oft im Internet nach Informationen suchst, solltest du dich mit Nachschlagewerken auskennen.

Die Stichwörter in einem Lexikon sind meist nach dem Alphabet sortiert. Das gilt sowohl für das ganze Buch als auch für die Stichwörter zu einem Buchstaben. Du findest also „Antike“ vor „Römer“, weil A vor R kommt, aber auch „Patrizier“ vor „Politik, weil a vor o kommt. Damit man sich in den dicken Büchern schneller zurechtfindet, gibt es oben auf der Seite eine Schnellsuchmöglichkeit. Da stehen links die ersten beiden Buchstaben des ersten Wortes auf der Doppelseite oder das erste Wort und rechts die ersten beiden Buchstaben des letzten Wortes oder das letzte Wort auf der Doppelseite. So siehst du auf einen Blick, ob dein Stichwort auf der Doppelseite steht.

Damit möglichst viel in das Lexikon passt, werden Abkürzungen benutzt, z. B. wird in den Erklärungen zu einem Stichwort nicht das ganze Wort, sondern nur der Anfangsbuchstabe wiederholt. Für Abkürzungen, die im gesamten Lexikon immer wieder vorkommen, gibt es vorne oder hinten in dem Buch ein Verzeichnis. Ein Pfeil bedeutet, dass du unter diesem Wort nachschauen sollst. Da findest du dann Erklärungen zu diesem Thema.

© Dr. Birgit Ebbert: 25 Tipps für erfolgreiches Lernen. Verlag an der Este 2011

 

Lerntipp 13 Lernen im Vorübergehen – Lernstoff erleben

„Da müssen wir unbedingt hin!“, sagt Johannes, als er im Briefkasten einen Handzettel findet, der auf einen mittelalterlichen Markt in der Nachbarstadt hinweist. Zuerst sind seine Eltern nicht begeistert. Sie befürchten, dass dort zu viele Menschen unterwegs sind und sie keinen Parkplatz finden. Doch Johannes erklärt ihnen, dass sie im Moment in Geschichte das Thema „Mittelalter“ behandeln. Das überzeugt seine Eltern.

Johannes hat natürlich Glück – gerade, als sie sich in der Schule mit dem Mittelalter beschäftigen, findet im Nachbarort ein Mittelaltermarkt. Da kann er erleben, wie Menschen im Mittelalter gelebt und gearbeitet haben, was sie gegessen und angezogen haben.

Es lohnt sich jedoch, die Augen offen zu halten und in der Zeitung, im Internet oder in Reiseführern nachzuschauen, was in der Region, in der du lebst oder in der du die Ferien verbringst, los ist. Vielleicht gibt es ein Museum, in dem du erleben kannst, wie die Staufer oder die Neandertaler gelebt haben. Viele Museen stellen auch Erfindungen oder geschichtliche Ereignisse vor. In manchen kann man sogar Sachen anfassen, und meist gibt es Informationen speziell für Schüler, sodass der Museumsbesuch richtig spannend wird.

Manchmal reicht es aber auch schon, im Wald spazieren zu gehen, um verschiedene Baumarten zu finden, oder den Zoo zu besuchen, um exotische Tiere zu betrachten. Das Tolle an dieser Art des Lernens ist, dass die Informationen besonders gut in Erinnerung bleiben. Das liegt daran, dass man sich Dinge am besten merkt, wenn sie Spaß machen, wie sonst könnten sich Erst- oder Zweitklässler die Namen unzähliger YuGiOh-Figuren merken?!

© Dr. Birgit Ebbert: 25 Tipps für erfolgreiches Lernen. Verlag an der Este 2011

Lerntipp 12 Den Lernstoff begreifen – Lernen durch Bewegung

Als Annika von der Schule nach Hause kommt, holt sie als erstes eine Milchtüte aus dem Kühlschrank. „Du trinkst doch sonst keine Milch? Was ist los?“, will ihre Mutter wissen. Doch Annika ist schon damit beschäftigt, alle Seiten des Tetrapacks auszumessen. „Das ist ja irre“, sagt sie schließlich. „Die Packung hat ein Volumen von Kubikdezimeter.“

Damit Annika sich etwas richtig gut merken kann, muss sie es anfassen. Sie muss es be-greifen und das ist nicht immer so leicht wie in dem Beispiel. Es lohnt sich jedoch, nach Möglichkeiten zu suchen, den Lernstoff anzufassen, auch wenn du kein Hand-Lerner bist. Je mehr Lernwege du nutzt, umso besser merkst du dir nämlich den Lernstoff.

Wenn du aber ein Hand-Lerner bist, dann ist es wichtig, dass du nach Dingen suchst, die mit dem Lernstoff zu tun haben und die du anfassen kannst.

Am besten ist es, wenn du so wie Annika etwas findest, das direkt mit dem Schulstoff zu tun hat so wie Annika. In der Schule haben sie das Volumen eines Quaders berechnet und der Lehrer hat erklärt, dass ein Tetrapack ein Quader ist. Also hat Annika zu Hause gleich ein Tetrapack in die Hand genommen und die Formel eingesetzt, die sie gelernt hat. So kannst du manchmal richtig spannende Dinge erleben: Wenn in Biologie Meerestiere durchgenommen werden, kannst du zum Beispiel einen Aquazoo besuchen. Wenn du dir besser merken willst, wie die Fugger gelebt haben, bastelst du dir vielleicht ein das Modell von einem historischen Gebäude. Du kannst dir auch ein Quartett oder ein Quiz zum Lernstoff basteln. So hast du gleich ein Geschenk für deine Geschwister, Eltern oder Großeltern!

© Dr. Birgit Ebbert: 25 Tipps für erfolgreiches Lernen. Verlag an der Este 2011

 

Lerntipp 11 Zum einen Ohr hinein – Lernen durch Hören

Avant heißt vor und vor heißt avant, dans heißt in oder bei und in oder bei heißt dans.“ Hanno joggt im Wald und spricht sich dabei die französischen Präpositionen vor. Die Jogger, die ihm begegnen, sehen ihn zwar verwundert an, doch das ist Hanno egal. Auf diese Weise hat er zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen: Er hat sich auf das Fußballspiel am Nachmittag und auf den Französischunterricht am Vormittag vorbereitet.

Hanno hat festgestellt, dass er sich Dinge am besten merken kann, wenn er sie hört. Er ist froh darüber, denn vieles, was er in der Schule hört, gelangt nur dadurch ins Gedächtnis, dass er aufpasst und über das Gehörte nachdenkt. Wenn er Dinge auswendig lernen muss, spricht er sie sich mehrmals vor oder er diktiert sie über ein Mikro auf den PC und überspielt die Datei auf seinen MP3-Player. Dann kann er sich das Gedicht oder die Vokabeln immer mal wieder anhören.

Ist dir schon aufgefallen, dass du dir Dinge sofort merkst, wenn du sie hörst und nur kurz darüber nachgedacht hast? Dann bist du möglicherweise auch ein Ohren-Lerner.

Als Ohren-Lerner kannst du dir das Lernen erleichtern, indem du im Unterricht aufpasst und mitmachst. Wenn du Dinge sprichst, gelangen sie über das Ohr noch einmal in deinen Kopf und du merkst sie dir besonders gut. Sprich also so viel wie möglich über deinen Lernstoff: Unterhalte dich mit deinen Freunden, deinen Eltern, deiner Oma, deiner kleinen Schwester oder wer einer anderen vertrauten Person über das, was du gelernt, gelesen oder gesehen hast. Wenn niemand in der Nähe ist, nimm die Informationen einfach mit einem Rekorder auf. Manche Handys haben sogar eine Aufnahme-Funktion, Notebooks haben meist ein eingebautes Mikrofon und digitale Diktiergeräte sind nicht mehr so teuer. Sie sind oft auch MP3-Spieler und wenn du sagst, dass du damit lernen möchtest, sponsern deine Eltern oder Großeltern das Gerät vielleicht sogar.

© Dr. Birgit Ebbert: 25 Tipps für erfolgreiches Lernen. Verlag an der Este 2011

Lerntipp 10 Lernen durch Sehen

Der folgende Lerntipp für Schüler stammt aus der Buchreihe „25 Tipps …“, die Lernbegleiterin Dr. Birgit Ebbert 2011 für den Verlag an der Este geschrieben hat.

„Ich kann mir einfach nicht merken, was der Bolle sagt!“, mault Kira, während ihre Freundin Celina ohne Probleme wiederholt, was der Chemielehrer in der letzten Stunde gesagt hat.

„Wenn der wenigstens mal was an die Tafel schreiben würde, immer nur dieses Gelaber!“

Kira gehört zu den Menschen, die sehen müssen, was sie sich merken wollen. Natürlich lernt jeder auch beim Zuhören. Aber bei manchen geht der Lernstoff förmlich zum einen Ohr hinein und zum anderen wieder hinaus, wenn sie es nicht mit den Augen festhalten können.

Geht es dir auch so, dass du dir Dinge am besten merken kannst, wenn du sie gesehen hast?

Wenn du am besten mit den Augen lernst, heißt das nicht, dass du nicht mehr zuhören musst. Am allerbesten lernt man nämlich, wenn man Auge, Ohr und Hand einsetzt.

Bei Augen-Lerntypen ist es besonders wichtig, dass sie etwas sehen. Wenn du also ein Augen-Lerner bist, musst du darauf achten, dass du etwas zum Anschauen hast, was zu dem passt, was dein Lehrer oder ein anderer Mitschüler sagt. Das kann ein Tafelbild sein oder ein Bild im Schulbuch. Du kannst dir aber auch selbst ein passendes Bild, ein Poster oder eine Mindmap erstellen. Wenn du nicht gerne malst, schreibe wenigstens das Thema und die wichtigsten Punkte deutlich auf. Es ist wichtig, dass du die Wörter gut lesbar schreibst, damit du dir das Wortbild einprägen kannst.

Wann immer du die Gelegenheit hast, solltest du als Augen-Lerntyp Dinge in deiner Umgebung suchen, die zum Lernstoff passen, ein Plakat, ein Schild, ein Tier, eine Pflanze, ein Gebäude usw.

© Dr. Birgit Ebbert: 25 Tipps für erfolgreiches Lernen. Verlag an der Este 2011

Lerntipp 9 Lernen planen mit der Lernpinnwand

Der folgende Lerntipp für Schüler stammt aus der Buchreihe „25 Tipps …“, die Lernbegleiterin Dr. Birgit Ebbert 2011 für den Verlag an der Este geschrieben hat.

„Geschafft!“ Lea legt ihren Stift beiseite und reißt einen Zettel von der Pinnwand, die über ihrem Schreibtisch hängt. Genüsslich reißt sie den Zettel in winzigkleine Stücke, bis sie als Konfetti in ihren Papierkorb segeln. Danach macht Lea sich an die nächste Mathehausaufgabe.

Lea arbeitet mit einer Lernpinnwand. Du solltest dir überlegen, ob so eine Pinnwand auch für dich geeignet wäre. Ehe Lea mit den Hausaufgaben beginnt, schreibt sie jede Aufgabe auf einen kleinen Zettel, in Mathe waren das z. B. 5 verschiedene Aufgaben im Buch. Für jede Aufgabe gibt es einen Zettel.

Die Zettel für alle Fächer hat Lea an die Pinnwand geheftet. Eine solche Lernpinnwand kannst du dir leicht herstellen. Du brauchst nur eine Pinnwand aus Kork oder Magnet und Nadeln oder Magnete.

Außerdem natürlich kleine Zettel, auf die du deine Aufgaben übertragen kannst. Schreibe für jeden Wochentag einen Zettel und hefte ihn ganz oben an die Wand. Nun kannst du die Hausaufgaben, die du nicht am gleichen Tag lösen musst, zum nächsten Tag heften.

Die Lernpinnwand eignet sich vor allem dann, wenn du kein Hausaufgabenheft benutzt. So kannst du die Hausaufgaben aus allen Heften und von allen Blättern, wo du sie notiert hast, auf Zettel übertragen.

Diese sortierst du dann danach, in welcher Reihenfolge du die Aufgaben erledigen möchtest. Auch dabei solltest du daran denken, ähnliche Fächer nicht nacheinander zu lernen. Wenn du eine Aufgabe erledigt hast, kannst du den Zettel einfach wegnehmen oder wie Lea zur Entspannung zerreißen.

Wenn du dich auf eine Klassenarbeit vorbereiten musst, kannst du die Übungsthemen auch an die Pinnwand hängen, so vergisst du sie nicht und behältst den Überblick.

© Dr. Birgit Ebbert: 25 Tipps für erfolgreiches Lernen. Verlag an der Este 2011

Lerntipp 8 Hausaufgaben – mehr als lästiges Beiwerk

Der folgende Lerntipp für Schüler stammt aus der Buchreihe „25 Tipps …“, die Lernbegleiterin Dr. Birgit Ebbert 2011 für den Verlag an der Este geschrieben hat.

Es ist 15 Uhr. Wie jeden Tag um diese Zeit sitzt Leonid an seinen Schreibtisch und sieht in seinem Hausaufgabenheft nach, was er machen muss. Er legt seine Unterlagen in der Reihenfolge nebeneinander, in der er seine Hausaufgaben erledigen will.

Leonid beginnt mit der Inhaltsangabe für Deutsch. Die fällt ihm leicht, die Geschichte hat ihm sogar gefallen, da kann er die Hausaufgabe schreiben, ohne lange zu überlegen. 20 Minuten später hat er die erste Aufgabe geschafft und macht sich an die Mathehausaufgaben.

Leonid hat ein ziemlich gutes System für die Hausaufgaben. Er nutzt ein Hausaufgabenheft, beginnt immer zur gleichen Zeit und sortiert seine Unterlagen in der Reihenfolge, wie er sie braucht. So vergeudet er keine Zeit mit Suchen. Er mag es gerne, wenn er schon bald eine Aufgabe erledigt hat, deshalb beginnt er mit der leichtesten Aufgabe. Andere fangen lieber mit der Aufgabe an, die sie am schwersten finden, damit die vom Tisch ist. Du solltest herausfinden, was für dich besser ist. Wenn du mit der schweren Aufgabe anfängst, bleibst du womöglich stecken und verlierst die Lust.

Auf jeden Fall solltest du aufschreiben, welche Aufgaben du zu Hause erledigen musst. Am besten benutzt du ein Hausaufgabenheft benutzen, weil du dann alles im Überblick hast.

Zuerst solltest du überlegen, in welcher Reihenfolge du die Aufgaben erledigst. Achte darauf, dass du ähnliche Fächer, zum Beispiel Sprachen oder Physik und Mathematik, nicht direkt nacheinander lernst. Dann kommst du womöglich durcheinander und am Ende weißt du gar nichts mehr.

Ist dir übrigens schon aufgefallen, dass du im Unterricht viel mehr mitkriegst, wenn du die Hausaufgaben gemacht hast? Dann kann dein Gehirn alles besser sortieren, das macht sich wiederum in den Noten bemerkbar.

© Dr. Birgit Ebbert: 25 Tipps für erfolgreiches Lernen. Verlag an der Este 2011

Lerntipp 7 Was man schreibt, das bleibt – clever mitschreiben

Der folgende Lerntipp für Schüler stammt aus der Buchreihe „25 Tipps …“, die Lernbegleiterin Dr. Birgit Ebbert 2011 für den Verlag an der Este geschrieben hat.

„Heute beschäftigen wir uns mit Bruchrechnung und zwar erstens mit der Addition und Subtraktion, zweitens mit der Multiplikation und drittens mit der Division!“, erklärt Herr Schmidt am Anfang der Stunde.

Oscar schreibt in sein Matheheft: Bruchrechnung und dann 1.) plus und minus, 2.) mal, 3.) geteilt. Seine Banknachbarin Alina kann schneller schreiben als Oscar, außerdem liebt sie Tabellen, deswegen steht in ihrem Heft:

Bruchrechnung
Addition/Subtraktion Multiplikation Division

Oscar und Alina machen es genau richtig. Ein älterer Schüler hatte ihnen den Tipp gegeben: Sobald ein Lehrer „erstens“ sagt, folgt etwas Wichtiges, das man unbedingt aufschreiben sollte.

Eine solche Gliederung hilft dir, die Informationen zu sortieren und dir ein Bild von dem Ganzen, in diesem Fall die Bruchrechnung, zu machen.

Für das Mitschreiben muss jeder seine eigene Strategie finden. Die hängt davon ab, wie man sich Dinge am besten merkt. Oscar reicht es, wenn er etwas aufschreibt. Er hat oft das Gefühl, das Geschriebene wandert direkt in den Kopf und bleibt dort hängen. Alina dagegen mag es, wenn sie ein Bild des Ganzen hat und alles dort einordnen kann; erst wenn sie ein solches Bild abrufen kann, findet sie alles wieder. Du solltest ausprobieren, welche Strategie für dich richtig ist. Vielleicht erstellst du auch lieber eine Mindmap.

Mitschreiben solltest du nicht nur Gliederungspunkte wie in dem Beispiel, sondern auch Regeln, Formeln und Merksätze, Namen, Zahlen und Fakten. Wenn du etwas nicht verstanden hast, schreibe am besten auch das auf, manchmal fällt einem schon beim Aufschreiben ein, um was es geht. Wenn du es auch dann noch nicht verstanden hast, weißt du aber nach der Stunde, was du fragen oder klären musst.

© Dr. Birgit Ebbert: 25 Tipps für erfolgreiches Lernen. Verlag an der Este 2011

Lerntipp 6 Koogle – die Suchmaschine im Kopf

Der folgende Lerntipp für Schüler stammt aus der Buchreihe „25 Tipps …“, die Lernbegleiterin Dr. Birgit Ebbert 2011 für den Verlag an der Este geschrieben hat.

Joshua sitzt vor dem Computer und gibt in das Suchfeld bei Google „Leguan“ ein. Schon hat er eine halbe Million Suchergebnisse. „Wenn mein Kopf auch so schnell wäre“, seufzt er und klickt sich von einer Seite zur nächsten.

Joshuas Kopf funktioniert, wie deiner auch, wie eine Suchmaschine oder besser gesagt, die Suchmaschine funktioniert wie dein Kopf. Schließlich gab es das Gehirn vor dem Computer.

Der Unterschied zwischen Joshua und der Suchmaschine ist, dass die Programmierer der Suchmaschine genau wissen, was sie tun müssen, damit möglichst viele Informationen über ein Thema gefunden werden. Sie schicken sogenannte Roboter durch Server auf der ganzen Welt und lassen sie Informationen sammeln. Bei einem Stichwort, wie es Joshua eingegeben hat, sortiert die Suchmaschine die Internetseiten, die der Roboter gefunden hat, danach, wie wichtig sie für das Thema sind. Sie schaut auch, ob es Verlinkungen zu anderen Seiten über das Thema gibt.

Wenn du etwas in deinem Kopf suchst, gibst du es quasi auch in eine Suchmaschine ein. Dann wird in deinem Kopf gearbeitet und es wird überall gesucht, ob schon etwas zu dem Thema vorhanden ist.

Es kann natürlich nur gefunden werden, was du auch eingegeben hast. Das tust du, indem du bewusst über ein Thema nachdenkst und dir überlegst, wie alles zusammenhängt, also was z. B. Leguane mit Echsen zu tun haben, wo Leguane leben, wovon sie sich ernähren usw. Je besser du etwas, das du lernst, mit Dingen verknüpfst, die du schon kennst, umso leichter hat es deine „Suchmaschine“ im Kopf, die neuen Informationen wiederzufinden.

Am besten gelingt das natürlich durch Nachdenken oder indem du darüber sprichst, aber auch Bilder, die durch dir ausdenkst, die du siehst oder malst, sorgen dafür, dass die Information gut abgespeichert wird.

© Dr. Birgit Ebbert: 25 Tipps für erfolgreiches Lernen. Verlag an der Este 2011

Lerntipp 5 Aus dem Buch in den Kopf – sinnvoll lesen

Der folgende Lerntipp für Schüler stammt aus der Buchreihe „25 Tipps …“, die Lernbegleiterin Dr. Birgit Ebbert 2011 für den Verlag an der Este geschrieben hat.

„Fertig!“ Anuschka legt ihr Buch gerade beiseite, als ihr Vater ins Zimmer kommt. „Womit bist du fertig?“, will er wissen. „Wir mussten einen Text über die Römer für den Geschi-Test morgen lesen“, entgegnet Anuschka und steht auf. „Was stand in dem Text?“, hakt ihr Vater nach. „Na, alles über die Römer halt“, knurrt Anuschka. Doch ihr Vater bleibt hartnäckig. „Wie haben die Römer denn gelebt? Wie unterscheidet sich ihr Leben von unserem? Hatten die auch eine Bundeskanzlerin? Welche Berufe gab es damals? Gab es ein Rathaus?“

Anuschka starrt ihren Vater an. Sie hätte nicht gedacht, dass er so viele Fragen auf einmal stellen kann. Eigentlich klingen die Fragen ganz interessant, allerdings hat sie keine Ahnung, was sie antworten soll. „Da muss ich noch mal in den Text schauen!“, murmelt sie kleinlaut.

Die Idee von Anuschkas Vater ist gut. Ehe du anfängst, einen Text zu lesen, solltest du dir die Überschrift und auch die Bilder genau anschauen. Auf diese Weise lenkst du dein Gehirn schon in die richtige Richtung. Es erwartet Informationen zu der Überschrift und kramt schon im Gedächtnis, ob da etwas ist, an das es die neuen Informationen anhängen kann.

Du kannst dir auch Fragen stellen, auf die du im Text eine Antwort erwartest. Damit wird dein Gehirn richtig auf Trab gebracht. Nun solltest du den Text überfliegen und sehen, ob er zu dem passt, was du dir überlegt hast.

Erst jetzt beginnt das richtige Lesen. Dabei solltest du immer einen Stift in der Hand haben und – wenn dein Text in einem Buch steht, das du abgeben musst – auch Post-its, die kannst du an den Rand kleben, um dir Anmerkungen zu machen. Es gibt auch durchsichtige, farbige Post-its, damit kannst du Stellen im Text markieren, wenn du keinen Textmarker benutzen darfst, weil dir das Buch nicht gehört.

Beim Lesen solltest du alles unterstreichen, was dir wichtig erscheint: Namen, Zahlen, Dinge, die dir besonders auffallen. Wenn dir etwas komisch vorkommst oder du es nicht verstehst, mach einfach ein „?“ an den Rand und frage jemanden danach oder schlage es nach, wenn du den Text gelesen hast.

Am Ende des Textes solltest du noch einmal kurz darüber nachdenken, ob deine Fragen beantwortet wurden und was du eigentlich erfahren hast. Nur so speichert dein Gehirn das Gelesene ab.

© Dr. Birgit Ebbert: 25 Tipps für erfolgreiches Lernen. Verlag an der Este 2011