Lerntipp 11 Zum einen Ohr hinein – Lernen durch Hören

Avant heißt vor und vor heißt avant, dans heißt in oder bei und in oder bei heißt dans.“ Hanno joggt im Wald und spricht sich dabei die französischen Präpositionen vor. Die Jogger, die ihm begegnen, sehen ihn zwar verwundert an, doch das ist Hanno egal. Auf diese Weise hat er zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen: Er hat sich auf das Fußballspiel am Nachmittag und auf den Französischunterricht am Vormittag vorbereitet.

Hanno hat festgestellt, dass er sich Dinge am besten merken kann, wenn er sie hört. Er ist froh darüber, denn vieles, was er in der Schule hört, gelangt nur dadurch ins Gedächtnis, dass er aufpasst und über das Gehörte nachdenkt. Wenn er Dinge auswendig lernen muss, spricht er sie sich mehrmals vor oder er diktiert sie über ein Mikro auf den PC und überspielt die Datei auf seinen MP3-Player. Dann kann er sich das Gedicht oder die Vokabeln immer mal wieder anhören.

Ist dir schon aufgefallen, dass du dir Dinge sofort merkst, wenn du sie hörst und nur kurz darüber nachgedacht hast? Dann bist du möglicherweise auch ein Ohren-Lerner.

Als Ohren-Lerner kannst du dir das Lernen erleichtern, indem du im Unterricht aufpasst und mitmachst. Wenn du Dinge sprichst, gelangen sie über das Ohr noch einmal in deinen Kopf und du merkst sie dir besonders gut. Sprich also so viel wie möglich über deinen Lernstoff: Unterhalte dich mit deinen Freunden, deinen Eltern, deiner Oma, deiner kleinen Schwester oder wer einer anderen vertrauten Person über das, was du gelernt, gelesen oder gesehen hast. Wenn niemand in der Nähe ist, nimm die Informationen einfach mit einem Rekorder auf. Manche Handys haben sogar eine Aufnahme-Funktion, Notebooks haben meist ein eingebautes Mikrofon und digitale Diktiergeräte sind nicht mehr so teuer. Sie sind oft auch MP3-Spieler und wenn du sagst, dass du damit lernen möchtest, sponsern deine Eltern oder Großeltern das Gerät vielleicht sogar.

© Dr. Birgit Ebbert: 25 Tipps für erfolgreiches Lernen. Verlag an der Este 2011

Lerntipp 10 Lernen durch Sehen

Der folgende Lerntipp für Schüler stammt aus der Buchreihe „25 Tipps …“, die Lernbegleiterin Dr. Birgit Ebbert 2011 für den Verlag an der Este geschrieben hat.

„Ich kann mir einfach nicht merken, was der Bolle sagt!“, mault Kira, während ihre Freundin Celina ohne Probleme wiederholt, was der Chemielehrer in der letzten Stunde gesagt hat.

„Wenn der wenigstens mal was an die Tafel schreiben würde, immer nur dieses Gelaber!“

Kira gehört zu den Menschen, die sehen müssen, was sie sich merken wollen. Natürlich lernt jeder auch beim Zuhören. Aber bei manchen geht der Lernstoff förmlich zum einen Ohr hinein und zum anderen wieder hinaus, wenn sie es nicht mit den Augen festhalten können.

Geht es dir auch so, dass du dir Dinge am besten merken kannst, wenn du sie gesehen hast?

Wenn du am besten mit den Augen lernst, heißt das nicht, dass du nicht mehr zuhören musst. Am allerbesten lernt man nämlich, wenn man Auge, Ohr und Hand einsetzt.

Bei Augen-Lerntypen ist es besonders wichtig, dass sie etwas sehen. Wenn du also ein Augen-Lerner bist, musst du darauf achten, dass du etwas zum Anschauen hast, was zu dem passt, was dein Lehrer oder ein anderer Mitschüler sagt. Das kann ein Tafelbild sein oder ein Bild im Schulbuch. Du kannst dir aber auch selbst ein passendes Bild, ein Poster oder eine Mindmap erstellen. Wenn du nicht gerne malst, schreibe wenigstens das Thema und die wichtigsten Punkte deutlich auf. Es ist wichtig, dass du die Wörter gut lesbar schreibst, damit du dir das Wortbild einprägen kannst.

Wann immer du die Gelegenheit hast, solltest du als Augen-Lerntyp Dinge in deiner Umgebung suchen, die zum Lernstoff passen, ein Plakat, ein Schild, ein Tier, eine Pflanze, ein Gebäude usw.

© Dr. Birgit Ebbert: 25 Tipps für erfolgreiches Lernen. Verlag an der Este 2011

Lerntipp 9 Lernen planen mit der Lernpinnwand

Der folgende Lerntipp für Schüler stammt aus der Buchreihe „25 Tipps …“, die Lernbegleiterin Dr. Birgit Ebbert 2011 für den Verlag an der Este geschrieben hat.

„Geschafft!“ Lea legt ihren Stift beiseite und reißt einen Zettel von der Pinnwand, die über ihrem Schreibtisch hängt. Genüsslich reißt sie den Zettel in winzigkleine Stücke, bis sie als Konfetti in ihren Papierkorb segeln. Danach macht Lea sich an die nächste Mathehausaufgabe.

Lea arbeitet mit einer Lernpinnwand. Du solltest dir überlegen, ob so eine Pinnwand auch für dich geeignet wäre. Ehe Lea mit den Hausaufgaben beginnt, schreibt sie jede Aufgabe auf einen kleinen Zettel, in Mathe waren das z. B. 5 verschiedene Aufgaben im Buch. Für jede Aufgabe gibt es einen Zettel.

Die Zettel für alle Fächer hat Lea an die Pinnwand geheftet. Eine solche Lernpinnwand kannst du dir leicht herstellen. Du brauchst nur eine Pinnwand aus Kork oder Magnet und Nadeln oder Magnete.

Außerdem natürlich kleine Zettel, auf die du deine Aufgaben übertragen kannst. Schreibe für jeden Wochentag einen Zettel und hefte ihn ganz oben an die Wand. Nun kannst du die Hausaufgaben, die du nicht am gleichen Tag lösen musst, zum nächsten Tag heften.

Die Lernpinnwand eignet sich vor allem dann, wenn du kein Hausaufgabenheft benutzt. So kannst du die Hausaufgaben aus allen Heften und von allen Blättern, wo du sie notiert hast, auf Zettel übertragen.

Diese sortierst du dann danach, in welcher Reihenfolge du die Aufgaben erledigen möchtest. Auch dabei solltest du daran denken, ähnliche Fächer nicht nacheinander zu lernen. Wenn du eine Aufgabe erledigt hast, kannst du den Zettel einfach wegnehmen oder wie Lea zur Entspannung zerreißen.

Wenn du dich auf eine Klassenarbeit vorbereiten musst, kannst du die Übungsthemen auch an die Pinnwand hängen, so vergisst du sie nicht und behältst den Überblick.

© Dr. Birgit Ebbert: 25 Tipps für erfolgreiches Lernen. Verlag an der Este 2011

Lerntipp 8 Hausaufgaben – mehr als lästiges Beiwerk

Der folgende Lerntipp für Schüler stammt aus der Buchreihe „25 Tipps …“, die Lernbegleiterin Dr. Birgit Ebbert 2011 für den Verlag an der Este geschrieben hat.

Es ist 15 Uhr. Wie jeden Tag um diese Zeit sitzt Leonid an seinen Schreibtisch und sieht in seinem Hausaufgabenheft nach, was er machen muss. Er legt seine Unterlagen in der Reihenfolge nebeneinander, in der er seine Hausaufgaben erledigen will.

Leonid beginnt mit der Inhaltsangabe für Deutsch. Die fällt ihm leicht, die Geschichte hat ihm sogar gefallen, da kann er die Hausaufgabe schreiben, ohne lange zu überlegen. 20 Minuten später hat er die erste Aufgabe geschafft und macht sich an die Mathehausaufgaben.

Leonid hat ein ziemlich gutes System für die Hausaufgaben. Er nutzt ein Hausaufgabenheft, beginnt immer zur gleichen Zeit und sortiert seine Unterlagen in der Reihenfolge, wie er sie braucht. So vergeudet er keine Zeit mit Suchen. Er mag es gerne, wenn er schon bald eine Aufgabe erledigt hat, deshalb beginnt er mit der leichtesten Aufgabe. Andere fangen lieber mit der Aufgabe an, die sie am schwersten finden, damit die vom Tisch ist. Du solltest herausfinden, was für dich besser ist. Wenn du mit der schweren Aufgabe anfängst, bleibst du womöglich stecken und verlierst die Lust.

Auf jeden Fall solltest du aufschreiben, welche Aufgaben du zu Hause erledigen musst. Am besten benutzt du ein Hausaufgabenheft benutzen, weil du dann alles im Überblick hast.

Zuerst solltest du überlegen, in welcher Reihenfolge du die Aufgaben erledigst. Achte darauf, dass du ähnliche Fächer, zum Beispiel Sprachen oder Physik und Mathematik, nicht direkt nacheinander lernst. Dann kommst du womöglich durcheinander und am Ende weißt du gar nichts mehr.

Ist dir übrigens schon aufgefallen, dass du im Unterricht viel mehr mitkriegst, wenn du die Hausaufgaben gemacht hast? Dann kann dein Gehirn alles besser sortieren, das macht sich wiederum in den Noten bemerkbar.

© Dr. Birgit Ebbert: 25 Tipps für erfolgreiches Lernen. Verlag an der Este 2011

Lerntipp 7 Was man schreibt, das bleibt – clever mitschreiben

Der folgende Lerntipp für Schüler stammt aus der Buchreihe „25 Tipps …“, die Lernbegleiterin Dr. Birgit Ebbert 2011 für den Verlag an der Este geschrieben hat.

„Heute beschäftigen wir uns mit Bruchrechnung und zwar erstens mit der Addition und Subtraktion, zweitens mit der Multiplikation und drittens mit der Division!“, erklärt Herr Schmidt am Anfang der Stunde.

Oscar schreibt in sein Matheheft: Bruchrechnung und dann 1.) plus und minus, 2.) mal, 3.) geteilt. Seine Banknachbarin Alina kann schneller schreiben als Oscar, außerdem liebt sie Tabellen, deswegen steht in ihrem Heft:

Bruchrechnung
Addition/Subtraktion Multiplikation Division

Oscar und Alina machen es genau richtig. Ein älterer Schüler hatte ihnen den Tipp gegeben: Sobald ein Lehrer „erstens“ sagt, folgt etwas Wichtiges, das man unbedingt aufschreiben sollte.

Eine solche Gliederung hilft dir, die Informationen zu sortieren und dir ein Bild von dem Ganzen, in diesem Fall die Bruchrechnung, zu machen.

Für das Mitschreiben muss jeder seine eigene Strategie finden. Die hängt davon ab, wie man sich Dinge am besten merkt. Oscar reicht es, wenn er etwas aufschreibt. Er hat oft das Gefühl, das Geschriebene wandert direkt in den Kopf und bleibt dort hängen. Alina dagegen mag es, wenn sie ein Bild des Ganzen hat und alles dort einordnen kann; erst wenn sie ein solches Bild abrufen kann, findet sie alles wieder. Du solltest ausprobieren, welche Strategie für dich richtig ist. Vielleicht erstellst du auch lieber eine Mindmap.

Mitschreiben solltest du nicht nur Gliederungspunkte wie in dem Beispiel, sondern auch Regeln, Formeln und Merksätze, Namen, Zahlen und Fakten. Wenn du etwas nicht verstanden hast, schreibe am besten auch das auf, manchmal fällt einem schon beim Aufschreiben ein, um was es geht. Wenn du es auch dann noch nicht verstanden hast, weißt du aber nach der Stunde, was du fragen oder klären musst.

© Dr. Birgit Ebbert: 25 Tipps für erfolgreiches Lernen. Verlag an der Este 2011

Lerntipp 6 Koogle – die Suchmaschine im Kopf

Der folgende Lerntipp für Schüler stammt aus der Buchreihe „25 Tipps …“, die Lernbegleiterin Dr. Birgit Ebbert 2011 für den Verlag an der Este geschrieben hat.

Joshua sitzt vor dem Computer und gibt in das Suchfeld bei Google „Leguan“ ein. Schon hat er eine halbe Million Suchergebnisse. „Wenn mein Kopf auch so schnell wäre“, seufzt er und klickt sich von einer Seite zur nächsten.

Joshuas Kopf funktioniert, wie deiner auch, wie eine Suchmaschine oder besser gesagt, die Suchmaschine funktioniert wie dein Kopf. Schließlich gab es das Gehirn vor dem Computer.

Der Unterschied zwischen Joshua und der Suchmaschine ist, dass die Programmierer der Suchmaschine genau wissen, was sie tun müssen, damit möglichst viele Informationen über ein Thema gefunden werden. Sie schicken sogenannte Roboter durch Server auf der ganzen Welt und lassen sie Informationen sammeln. Bei einem Stichwort, wie es Joshua eingegeben hat, sortiert die Suchmaschine die Internetseiten, die der Roboter gefunden hat, danach, wie wichtig sie für das Thema sind. Sie schaut auch, ob es Verlinkungen zu anderen Seiten über das Thema gibt.

Wenn du etwas in deinem Kopf suchst, gibst du es quasi auch in eine Suchmaschine ein. Dann wird in deinem Kopf gearbeitet und es wird überall gesucht, ob schon etwas zu dem Thema vorhanden ist.

Es kann natürlich nur gefunden werden, was du auch eingegeben hast. Das tust du, indem du bewusst über ein Thema nachdenkst und dir überlegst, wie alles zusammenhängt, also was z. B. Leguane mit Echsen zu tun haben, wo Leguane leben, wovon sie sich ernähren usw. Je besser du etwas, das du lernst, mit Dingen verknüpfst, die du schon kennst, umso leichter hat es deine „Suchmaschine“ im Kopf, die neuen Informationen wiederzufinden.

Am besten gelingt das natürlich durch Nachdenken oder indem du darüber sprichst, aber auch Bilder, die durch dir ausdenkst, die du siehst oder malst, sorgen dafür, dass die Information gut abgespeichert wird.

© Dr. Birgit Ebbert: 25 Tipps für erfolgreiches Lernen. Verlag an der Este 2011

Lerntipp 5 Aus dem Buch in den Kopf – sinnvoll lesen

Der folgende Lerntipp für Schüler stammt aus der Buchreihe „25 Tipps …“, die Lernbegleiterin Dr. Birgit Ebbert 2011 für den Verlag an der Este geschrieben hat.

„Fertig!“ Anuschka legt ihr Buch gerade beiseite, als ihr Vater ins Zimmer kommt. „Womit bist du fertig?“, will er wissen. „Wir mussten einen Text über die Römer für den Geschi-Test morgen lesen“, entgegnet Anuschka und steht auf. „Was stand in dem Text?“, hakt ihr Vater nach. „Na, alles über die Römer halt“, knurrt Anuschka. Doch ihr Vater bleibt hartnäckig. „Wie haben die Römer denn gelebt? Wie unterscheidet sich ihr Leben von unserem? Hatten die auch eine Bundeskanzlerin? Welche Berufe gab es damals? Gab es ein Rathaus?“

Anuschka starrt ihren Vater an. Sie hätte nicht gedacht, dass er so viele Fragen auf einmal stellen kann. Eigentlich klingen die Fragen ganz interessant, allerdings hat sie keine Ahnung, was sie antworten soll. „Da muss ich noch mal in den Text schauen!“, murmelt sie kleinlaut.

Die Idee von Anuschkas Vater ist gut. Ehe du anfängst, einen Text zu lesen, solltest du dir die Überschrift und auch die Bilder genau anschauen. Auf diese Weise lenkst du dein Gehirn schon in die richtige Richtung. Es erwartet Informationen zu der Überschrift und kramt schon im Gedächtnis, ob da etwas ist, an das es die neuen Informationen anhängen kann.

Du kannst dir auch Fragen stellen, auf die du im Text eine Antwort erwartest. Damit wird dein Gehirn richtig auf Trab gebracht. Nun solltest du den Text überfliegen und sehen, ob er zu dem passt, was du dir überlegt hast.

Erst jetzt beginnt das richtige Lesen. Dabei solltest du immer einen Stift in der Hand haben und – wenn dein Text in einem Buch steht, das du abgeben musst – auch Post-its, die kannst du an den Rand kleben, um dir Anmerkungen zu machen. Es gibt auch durchsichtige, farbige Post-its, damit kannst du Stellen im Text markieren, wenn du keinen Textmarker benutzen darfst, weil dir das Buch nicht gehört.

Beim Lesen solltest du alles unterstreichen, was dir wichtig erscheint: Namen, Zahlen, Dinge, die dir besonders auffallen. Wenn dir etwas komisch vorkommst oder du es nicht verstehst, mach einfach ein „?“ an den Rand und frage jemanden danach oder schlage es nach, wenn du den Text gelesen hast.

Am Ende des Textes solltest du noch einmal kurz darüber nachdenken, ob deine Fragen beantwortet wurden und was du eigentlich erfahren hast. Nur so speichert dein Gehirn das Gelesene ab.

© Dr. Birgit Ebbert: 25 Tipps für erfolgreiches Lernen. Verlag an der Este 2011

Lerntipp 4 Nicht für die Schule lernen – sich selbst motivieren

Der folgende Lerntipp für Schüler stammt aus der Buchreihe „25 Tipps …“, die Lernbegleiterin Dr. Birgit Ebbert 2011 für den Verlag an der Este geschrieben hat.

„Am nächsten Sonntag habe ich keine Zeit, da spielt zuerst Portugal gegen Chile und dann Spanien gegen die Schweiz“, erklärt Leonie und rattert den restlichen Spielplan der Weltmeisterschaft herunter. „Wenn du dir deine Vokabeln auch so gut merken könntest“, brummt ihre Mutter.

Geht es dir auch wie Leonie, dass du dir Dinge, die dich interessieren ohne Probleme merken kannst, aber das, was dich nicht interessiert, einfach nicht in deinen Kopf will? Hast du eine Idee, woran das liegen könnte? Vermutlich daran, dass du ganz anders motiviert bist, wenn es um dein Lieblingsthema geht.

Das ganze Geheimnis der Motivation ist, herauszufinden, warum du etwas lernen könntest und möchtest. Beim Spielplan der Fußballweltmeisterschaft ist das klar, du willst kein Spiel verpassen. Aber bei den Englisch-Vokabeln? Da fällt dir wahrscheinlich zuerst nichts ein. Du kannst damit aber deinen kleinen Bruder beeindrucken, englische Liedertexte verstehen und in englischsprachigen Chats mitmischen, eine gute Note bekommen und deine Eltern begeistern oder beim Schüleraustausch punkten.

Wenn es dir gelingt, dich zum Lernen von Dingen zu motivieren, die dich im ersten Moment nicht interessieren, hat das viele Vorteile für dich. Außerdem bist du schneller mit dem Lernen fertig und hast mehr Zeit für deine Hobbys und deine Freunde.

Du musst einfach nur darüber nachdenken, dann fällt dir ein, was der Schulstoff, auf den du keine Lust hast, mit dir zu tun hat. Sehr häufig entdeckst du Zusammenhänge. Wenn du nicht weiterkommst, frage deine Eltern und Freunde– zusammen findet ihr sicher etwas. Du wirst sehen, das spart letztlich Zeit und bringt gute Noten.

© Dr. Birgit Ebbert: 25 Tipps für erfolgreiches Lernen. Verlag an der Este 2011

Lerntipp 3 Umschalten und Gehirn einschalten – Konzentration

Der folgende Lerntipp für Schüler stammt aus der Buchreihe „25 Tipps …“, die Lernbegleiterin Dr. Birgit Ebbert 2011 für den Verlag an der Este geschrieben hat.

Celinas Mutter will gerade an die Tür zum Zimmer ihrer Tochter klopfen, da fällt ihr Blick auf das Schild „Bitte nicht stören! Lernzeit!“ Mit einem Lächeln dreht sie sich um und nimmt die Wäsche wieder mit, die sie in Celinas Zimmer bringen wollte.

Keine schlechte Idee, dieses Schild. Damit hat Celina alles, was sie von außen beim Lernen stören könnte, abgestellt. Das ist allerdings noch die leichteste Übung, wenn man sich konzentrieren möchte.

Um sich zu konzentrieren, ist es vor allem wichtig, alle störenden Gedanken abzuschalten. Konzentration bedeutet, die Gedanken auf einen Punkt, nämlich das Lernen, zu lenken. Das fällt dir leichter, je weniger äußere Einflüsse wie Handy, Computer, Familienmitglieder dich stören.

Auch Zeitschriften oder Bastelsachen auf dem Lernplatz können dich ablenken. Deswegen ist es so wichtig, dass du sie wegräumst.

Als nächstes musst du deine Gedanken auf die Hausaufgaben lenken. Das geht nur, wenn du die Aufgaben liest und du dich damit beschäftigst. So rücken die anderen Gedanken in den Hintergrund.

Leider hat man manchmal so wichtige Gedanken im Kopf, dass sie sich immer wieder in den Vordergrund schieben, zum Beispiel, wenn man Sorgen hat oder verliebt ist oder etwas besonders Aufregendes bevorsteht. Wenn diese Gedanken einfach keine Ruhe geben wollen, versuche es einmal mit diesem Trick: Schreibe den Gedanken auf einen Zettel und stecke den Zettel in die Hosentasche, ins Mäppchen oder lege ihn unter das Kopfkissen. So ist er gut aufgehoben und muss sich nicht ständig in Erinnerung bringen. Das hört sich vielleicht merkwürdig an, funktioniert aber erstaunlich gut.

© Dr. Birgit Ebbert: 25 Tipps für erfolgreiches Lernen. Verlag an der Este 2011

Lerntipp 2 Auf das Timing kommt es an – die Lernzeit

Der folgende Lerntipp für Schüler stammt aus der Buchreihe „25 Tipps …“, die Lernbegleiterin Dr. Birgit Ebbert 2011 für den Verlag an der Este geschrieben hat.

Leon chattet gerade mit seinem Freund Marc, als sein Handy klingelt. „Wer ist das?“, will Marc wissen. „Hast du etwa heimlich ein Date?“ Leon seufzt. „Ja, ein Date mit den Hausaufgaben“, schreibt er und fügt ein Frust-Smiley hinzu. „Du bist echt durchgeknallt!“, antwortet Marc. Leon grinst und gibt ein Grinse-Smiley ein, ehe er tippt: „Dafür habe ich wenigstens meine Hausaufgaben. Schon zweimal konnte ich dem Meyer imponieren. Der dachte glatt, ich hätte nichts gemacht!“ Grinsend verabschiedet Leon sich von Marc.

Bis vor einigen Wochen hat Leon seine Hausaufgaben oft abends oder gar nicht gemacht. Dann hat ihm seine Freundin den Tipp mit der festen Lernzeit gegeben. „Hausaufgabendate“ hat sie das genannt, und Leon ist immer wieder überrascht, wie leicht es ihm fällt, jeden Tag zur gleichen Zeit die Aufgaben zu erledigen. Inzwischen kommt sein Vater auch nicht mehr, um ihn zu kontrollieren und die meisten Freunde wissen, dass er ab 15.00 Uhr beschäftigt ist.

Wann machst du deine Hausaufgaben? Ist dir schon einmal aufgefallen, dass es Zeiten gibt, in denen du einfach mehr schaffst als in anderen? Dann solltest du eine solche Zeit zu deiner Lernzeit machen und versuchen, jeden Tag zu dieser Zeit zu lernen. Irgendwann hast du dich so daran gewöhnt, dass du dich ganz automatisch hinsetzt und deine Aufgaben erledigst.

Das hört sich unglaublich an, aber das Gehirn mag diese Regelmäßigkeit und fühlt sich wohl dabei. Und wenn sich das Gehirn wohl fühlt, geht es dir auch gut. Wichtig ist, dass du die Zeit herausfindest, die für dich am besten ist. Diese Zeit solltest du dann wie jede andere Verabredung in deinen Kalender eintragen, am besten auch in den Familienkalender, wenn ihr einen habt. Dann wissen auch deine Eltern, dass sie keine Termine in der Zeit machen dürfen.

© Dr. Birgit Ebbert: 25 Tipps für erfolgreiches Lernen. Verlag an der Este 2011